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So viel Technik steckt heute in modernen Motoryachten

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In diesem Artikel erfahren Sie detailliert wie viel Technik heute in modernen Motoryachten steckt!

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Eine Motoryacht ist ein teures, aber erfüllendes Hobby. Eine Yacht ist mehr als nur ein Statussymbol, unter anderem sind Yachten auch Wunderwerke der Technik. Wenn Sie interessiert, welche Technik und wie viel davon in heutigen motorisierten Yachten steckt, lesen Sie einfach weiter.

Eine kurze Historie der motorisierten Yachten

Nachdem Segelyachten eine längere Tradition aufweisen, und auch das erste Motorboot schon 1865 versuchsweise auf der Seine schipperte, folgte 1909 die erste motorisierte Yacht. 40 PS stark war deren Motor und das Boot war 13 m lang. 1908 war Motorbootfahren zwar schon eine olympische Disziplin gewesen, und Segeln mit Yachten schon wesentlich früher, doch ein Jahr später eine Yacht zu motorisieren war ein tollkühnes Vorhaben, und der Konstrukteur Benjamin Beneteau machte sich mit dem Bau der ersten Motoryacht nicht nur Freunde in der Weltöffentlichkeit. Da der Yachtsport als Freizeitvergnügen wohl betuchter Kreise schon Mitte des 19. Jahrhunderts Verbreitung fand, wollten diese Kreise an der Tradition der Segelyachten festhalten und sahen Beneteaus Entwicklung als Frevel an ihrem Sport an.

Als die Technik in Motoryachten sich immer rasanter weiter entwickelte und die Verwendung von Glasfaser-verstärkten Kunststoffen (GFK) Ende der 1960er / Anfang der 1970er Jahre Standard wurde, gründete Also Cranchi in Piantedo am Comer See 1970 die dortige Cranchi Motoryacht-Werft.
Heute gibt es eigene Yacht-Konstruktionsbüros, die sich auf den Bau von Motoryachten spezialisiert haben und ihre Arbeiten Yacht-Werften anbieten.
Eine speziell dafür entwickelte Software berechnet am Computer unter anderem die Stabilität und aero- sowie fluiddynamische Eigenschaften. Auch die sogenannte CE-Kategorisierung, die anhand von Konstruktionsmerkmalen festlegt, welche Yachten in welchen Gewässern unterwegs sein dürfen, muss schon vor dem eigentlichen Bau festgelegt werden.
In der EU muss, bevor eine Yacht zugelassen werden kann, eine Baumusterprüfung durch eine „Benannte Stelle“, in der Regel eine durch den Hersteller beauftragte Prüfanstalt, durchgeführt werden. Nachdem sich in den 1960er Jahren GFKs im Yachtbau etablieren konnten, kamen in den 1980er Jahren Kohlefasern und Verbund-Techniken wie die Sandwich-Bauweise auf. Heutzutage verwenden die Yacht-Hersteller vor allem Faserverbunds-Werkstoffe, was zeitsparend und günstig die Fertigung mehrerer Rümpfe am Fließband auf einmal erlaubt. Das war für die Technik in Motoryachten natürlich zweifelsohne ein Meilenstein.

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Was ist der Unterschied zwischen einem Motorboot und einer Motoryacht?

An dieser Frage scheiden sich ja gelegentlich die Geister, darum wich ich diese für Sie an dieser Stelle nun ein für alle Mal klären:
Motorboot ist der Überbegriff aller motorisierter Boote. Von einer Motoryacht spricht man bei einem größeren Motorboot für die Freizeit mit Kajüte und Deck, auf dem es auch möglich ist, zu wohnen. Die Bootslänge, ab der man von einer Yacht spricht, ist jedoch nicht 100%ig definiert, jedoch orientiert man sich häufig an der 10 m-Marke, d.h. ab 10 m nennt man ein Motorboot mit den beschriebenen Eigenschaften eine Motoryacht.
Wenn es sich um Motorboote zum Einsatz in Binnengewässern handelt, spricht man auch schon bei Kreuzern ab 6 m Länge von einer Motoryacht. Yachten, die auf EU-Gewässern fahren wollen, müssen mittels CE-Kategorisierung zugelassen werden und werden in die Klassen A bis D eingeteilt. Nur Motoryachten der Klasse A sind auch hochseetauglich.

Maxi, Mega, Super!

Wie Sie schon aus einer früheren Textstelle wissen, spricht man im Allgemeinen ab 10 m von einer Yacht. Die größeren Modelle ab 18 m bezeichnet man auch als Maxi-Yacht, und je nach Größe unterscheidet man hier zwischen Mini-Maxis, Maxis und Super-Maxis. Bei einer Yacht von 18 m bis 24 m Länge spricht man von einer Mini-Maxi, bei 24-30,5 m von einer Maxi und ab 30,5 m Länge von einer Super-Maxi.
Sehr komfortable und riesig große Yachten werden auch als Super- oder Mega-Yacht bezeichnet, wobei diese häufig hauptsächlich als Statussymbol dienen.

Standards der heutigen Technik in Motoryachten

Auch an der Technik in Motoryachten geht der immer rasanter werdende technische Fortschritt nicht spurlos vorbei. So ist heute als einer der ersten Arbeitsschritte das Laminieren des Rumpfes mittels einer Negativ-Form und Laminier-Robotern Standard, was bei den modernen Fließbändern in größeren Werften auch bei mehreren Rümpfen möglich ist und praktiziert wird. Als Material für den Rumpf werden meistens Glasfaser-verstärkte Kunststoffe benutzt, jedoch ist Aluminium eine teurere Alternative, die pflegeleichter ist und sich bei Extrem-Bedingungen lohnen kann, beispielsweise in Polargebieten oder bei einer Weltumseglung.
Bei der Herstellung des Rumpfes wird in die Negativ-Form das sogenannte Gelcoat gegossen oder gespritzt, ein Hartlack, der später die Außenhülle der Motoryacht bilden wird.
Dieser Arbeitsschritt ist eine anspruchsvolle Aufgabe, da die Gelcoat-Schicht später nicht nur die Yacht vor UV-Strahlen und anderen äußeren Einflüssen schützen soll, sondern die Schicht an verschiedenen Stellen eine unterschiedliche Dicke aufweisen muss. Außerdem muss, wenn der das Gelcoat später mit dem Rumpf vereint wird, auch bei großem Druck an allen Stellen genug Gelcoat übrig bleiben.
Bei Rümpfen unterscheidet man zwischen 2 Grund-Bauweisen:

a) Dem Voll-Laminat, bei dieser Bauweise wird der gesamte Querschnitt des Rumpfes aus einem einzigen Stück Glasfaser-Laminat heraus laminiert und
b) der Sandwich-Bauweise, bei der mehrere Schichten mit Hilfe einer Zwischenschicht aus leichterem Klebstoff zusammengeklebt.

Diese Bauweise hat eine höhere Steifigkeit und ein geringeres Gewicht als das Voll-Laminat, aber durch die geringere mechanische Belastbarkeit bei Punktbelastungen, etwa einem Zusammenstoß, ist hier deutlich geringer.

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Das Deck wird zumeist genau wie der Rumpf in einer dafür entwickelten Form laminiert, wobei sich heute die Konstruktion in 2 Teilen immer mehr durchsetzt: Dem eigentlichen Deck, und dem sogenannten „Himmel“, der von innen bei der späteren Heirat unter dem Deck eingebracht wird. Der Himmel regelt die Kraftübertragung zwischen Deck und Rumpf und erfüllt auch ästhetische Zwecke im Inneren der Yacht, die man bei Yachten älterer Bauart erfüllte, indem man die Decke von innen mit einem Stoffbezug bespannte.
In das Deck werden nun einige Aussparungen gefräst: Aus ihnen wird der Eingang, die Luken sowie Befestigungslöcher für die Beschläge an Deck. Schon vor dem Zusammenführen der Teile werden die Beschläge fest mit dem Deck verschraubt. Meistens stehen diese Beschläge der eigentlichen Yacht in puncto Lebensdauer in nichts nach und die von unten durch das Deck getriebenen Schrauben sind, wenn die Motoryacht fertig, sehr schwer erreichbar.
Der genaue Ort der Beschläge wird natürlich während der Planung der Konstruktion schon bestimmt und sie werden später großen Kräften ausgesetzt sein, weshalb sie gerne mit zusätzlichem Laminat verstärkt werden.

Bei dem Arbeitsschritt der sogenannten „Heirat“ werden Rumpf und Deck (evtl. mit dem Himmel) miteinander verbunden. Passgenau bis auf Bruchteile eines Millimeters wird das Deck auf den mit allen Wänden und Schotts ausgestatteten Rumpf gekrant und anschließend mit diesem verklebt und fest verschraubt. Die vielen eingebrachten Schotten und Versteifungen sollen dem Bootskörper zwar möglichst hohe, aber auch nicht zu hohe Steifigkeit verleihen. So können die Kräfte, die bei starkem Seegang wirken, etwas abgefedert und gleichmäßig über den Bootskörper verteilt werden.

Bei den sich nun anschließenden Abschlussarbeiten werden unter anderem Kabel, Leitungen und elektrische Geräte installiert und als letzter Schritt die übrigen Ausrüstungsteile an Bord gebracht. Die Yacht wird dem Kunden dann entweder auf dem Wasser oder per LKW geliefert.
Als wartungsintensiv wird der Motor beschrieben, aber die Wartung lohnt sich, denn die anderen Teile sind viel weniger anfällig als der Motor und eine gute gepflegte Motoryacht kann viele Jahrzehnte überleben.

Ich hoffe, wir konnten Ihnen einen schönen Überblick über die Technik in Motoryachten liefern und falls Sie mit dem Gedanken spielen, sich eine Motoryacht zuzulegen, konnten wir Sie gut beraten.

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